Kuba enttäuscht seine Freunde nicht

Worte des Botschafters Juan Antonio Fernández bei der Feier zum 50. Jahrestag der Gründung der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft (ÖKG), Samstag, 6. April 2019

Liebe Freunde der ÖKG,
liebe Freund*innen des neuen Vorstands,
lieber neu gewählter Präsident, Michael Wögerer,
liebe scheidende Präsidentin, Jessica Müller

Botschafters Juan Antonio Fernández gratuliert der ÖKG zum 50. Geburtstag

Ich möchte dem neuen Vorstand gratulieren, der heute von der Generalversammlung gewählt wurde, um die Arbeit der ÖKG für die nächsten zwei Jahre zu lenken. Wir sehen neue Gesichter, andere, die weitermachen, und wieder andere, die mit neuer Energie und Vorschlägen zurückkehren. Es ist eine gute Ergänzung zwischen Erfahrung und Jugend, was die Kontinuität und Vitalität des Vereins garantiert.

Wir gratulieren und danken auch dem Team, das die ÖKG in den letzten zwei Jahren geleitet und eine aktive und dynamische Arbeit mit hervorragenden Ergebnissen in Wien und anderen Regionen, insbesondere in Kärnten, Niederösterreich und Oberösterreich, aufrechterhalten hat.

Heute ist ein Festtag. Wir teilen Eure Freude, dass die ÖKG ein halbes Jahrhundert des Lebens mit großer Gesundheit, neuer Energie, Optimismus und vor allem Erfahrungen und konkreten Arbeitsergebnissen erreicht.

Diejenigen von uns, die sich hier versammeln, sind nur eine Repräsentation der Mitglieder und Freunde. Jede/r hat eine Geschichte zu erzählen. Wir erinnern uns heute auch an die Genossen, die leider nicht mehr bei uns sind, da sie in die Ewigkeit eingegangen sind.

Es ist ein wahres Privileg, das kubanische Volk und die Regierung, das ICAP und alle Freunde der ÖKG in Kuba zu vertreten, um Euch zu diesem wichtigen Jubiläum zu beglückwünschen und uns zu verpflichten, noch viele weitere zu feiern.

Der Begriff SOLIDARITÄT kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Vereinigung von zwei. In der menschlichen Zivilisation heißt solidarisch sein nicht nur wohltätig zu sein oder jemanden zu helfen, sondern und vor allem, sich verlässlich für andere einzusetzen.

Und darum geht es, Freundinnen und Freunde: Wir sind heute hier, um 50 Jahre engagierter und selbstloser Aktivität für die Revolution und das kubanische Volk zu feiern.

Es ist unmöglich, in so kurzer Zeit anzuführen, was die ÖKG in all diesen Jahren geleistet hat. Ein Versuch birgt die Gefahr, unfreiwillig einiges auszulassen. Dennoch möchte ich die Gelegenheit nicht versäumen, einige der wichtigsten Aktionen hervorzuheben, die die ÖKG in den letzten Jahren initiiert und umgesetzt hat:

  • Die ständige Verurteilung der völkermörderischen Wirtschafts-, Handels- und Finanzblockade der USA gegen Kuba und die Kritik an jeder ungerechten Maßnahme, Willkür oder illegalen extraterritorialen Sanktion gegen Unternehmen, Banken und Personen.
  • Die permanente Forderung nach Rückgabe des kubanischen Territoriums, das durch den US-Marinestützpunkt in Guantánamo illegal besetzt ist.
  • Der unermüdliche Kampf um die Befreiung der FÜNF und die Schaffung eines Komitees, das unermüdlich dafür gearbeitet hat. Die Rückkehr der FÜNF zu ihrer Familie und ihrem Volk in die Heimat war ein Sieg für alle.
  • Willkommene und uneigennützige materielle Hilfe zu jeder Zeit, in der Kuba diese benötigte: in den harten und heroischen Jahren der sogenannten „Spezialperiode“ ebenso wie beim Auftreten von Naturereignissen, die unser Land ernsthaft beschädigt haben (Hurrikane, Tornados).
  • Der permanente Kampf der Ideen, der Verteidigung der Wahrheit Kubas gegen Kampagnen der Desinformation und Manipulation des Feindes.
  • Die Anwesenheit von Vertretern der ÖKG zusammen mit dem kubanischen Volk während der traurigen Tage des Todes von Comandante en Jefe Fidel Castro.

Rückblickend erfüllt es uns mit legitimem Stolz, dass wir auf Eure unschätzbare Begleitung und Unterstützung zählen konnten.

Bei solchen Terminen wie diesem stellt sich daher oft die Frage: Wie kann die Solidaritätsarbeit in den nächsten 50 Jahren fortgesetzt werden?

Die kubanische Revolution erlebt gerade eine besonders wichtige Zeit. Eine neue Generation übernimmt die Führung der Nation durch eine natürliche Gegebenheit. Dies wird heute von einer breiten Mehrheit der Bevölkerung unterstützt. Wir haben eine neue Verfassung, die wir nächste Woche in der Nationalversammlung der Volksmacht energisch verkünden werden, und bald werden wir eine neue Struktur von Staat und Regierung haben: einen Präsidenten und einen Premierminister, eine Aufteilung der Verantwortlichkeiten, die seit den ersten Tagen der siegreichen Revolution nicht bestand.

Die derzeitige Führung des Landes, angeführt von Präsident Miguel Díaz-Canel, regiert Tag für Tag an der Seite des Volkes, besucht jeden Winkel des Landes, um sich über Probleme vor Ort zu informieren und Lösungen zu beschleunigen. Das ist das Erbe von Fidel. Das ist die Kontinuität der Revolution.

Aber die Feinde der Revolution, die sich vorgenommen haben mit schmutzigem Geld und fanatischer Besessenheit Kuba in eine Yankee-Kolonie zurückzuverwandeln, geben nicht auf, sondern werden im Gegenteil immer aggressiver.

Übrigens, einige außerhalb Kubas, selbst Freunde, waren verwirrt, als sie glaubten, dass mit der Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen zu den Vereinigten Staaten während der Obama-Regierung und seinem Besuch in Kuba die Blockade enden würde. Die Ankunft Donald Trumps im Weißen Haus und sein ideologischer Pakt mit der reaktionärsten und verstocktesten Vertretung der kubanischen Rechten in Miami bedeuteten nicht nur einen Rückfall in die alten Zeiten von Provokationen und permanenten Aggressionen, sondern auch die Verschärfung der Blockade gewürzt mit der Drohung, Artikel III des illegalen Helms-Burton-Gesetzes umzusetzen, das dem kubanischen Volk neuerlich das wegnehmen möchte, was es durch die Revolution zurückerhalten hat.

Die permanente Aggression gegen die bolivarische Revolution und die frustrierten Versuche des Staatsstreichs in der bolivianischen Schwesterrepublik Venezuela, die Drohungen gegen das Sandinistische Nicaragua sowie die Verfolgung und Anklage gegen die linken Anführer in Lateinamerika und der Karibik, Insbesondere die GenossInnen Lula in Brasilien und Cristina in Argentinien sind auch ein Alarmsignal, wie weit heute die in Washington ansässigen Cowboys mit den reaktionären und revanchistischen Sektoren der nationalen Bourgeoisien verbunden sind.

Liebe Freunde:

Dieses Szenario lädt die Freunde Kubas ein, ihre Aktionen in zwei Richtungen zu lenken:

Der Kampf gegen die US-Blockade darf nicht nachlassen, sondern muss intensiviert werden, um das Recht des kubanischen Volkes und das Völkerrecht zu verteidigen. Man muss das kennen, um es immer wieder erklären und verbreiten zu können.

Verstärkung der Werbung und Bekanntmachung der Realität Kubas. Der Kampf in den Medien ist eine wesentliche Front. In sozialen Netzwerken wird auch für Kuba gekämpft. Dort möchten wir uns häufig mit den Freunden Kubas treffen, um den Böswilligen keinen Platz zu lassen, ihre Lügen und falschen Nachrichten anzubringen.

Um diese Ziele zu erreichen, müssen wir in unserem Handeln vereint, informiert und koordiniert bleiben.
Ihr werdet 50 Jahre und die kubanische Revolution feiert ihren 60. Geburtstag. Wir teilen Geschichte, Errungenschaften und Verpflichtungen für die Zukunft, die zu uns gehört und wir sind des Sieges sicher.

Ihr könnt darauf vertrauen: Kuba enttäuscht seine Freunde nicht. Mit der Unter­stützung des Volkes und mit Freunden wie Euch werden wir die sozialistische Revolution und ihre Errungenschaften verteidigen und perfektionieren.

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank!

(Übersetzung: Hermann Pernerstorfer)

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