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Schadensbilanz Hurrikane Gustav und Ike

Informationen der kubanischen Regierung vom 15. September 2008 über das Ausmaß der Schäden nach den Hurrikanen Gustav und Ike
( Zusammenfassende Arbeitsübersetzung)

Bei beiden Stürmen wurden insgesamt 3.179 846 Menschen beschützt/evakuiert. 2. 772 615 beim Ike, von denen  ca. eine halbe Million in Evakuierungszentren gebracht wurde, der Rest kam bei Familien und Nachbarn unter. Dabei wurden insgesamt mehr als 10 Millionen  Transportmittel bereitgestellt und hunderte von Notunterkünften eingerichtet. Aufgrund dieser Maßnahmen konnten 176 113 Studenten aus Internaten in ihre Wohnungen zurückkehren.
2 818 Touristen wurden in andere Unterkünfte gebracht.

Im System der Zivilverteidigung und ihrer Aufgaben arbeiteten insgesamt 87 000  Menschen im mobilen Einsatz oder in festen Posten von der Nationalebene bis zur Provinz.

Während bei Gustav keine Menschen ums Leben kamen, mussten in den Tagen von Ike 7 Tote aus verschiedenen Provinzen gemeldet werden. Sie waren nicht nur direkte Opfer des Sturmes und seiner Folgen, sondern starben auch infolge mangelnder Befolgung der durch die Zivilverteidigung angewiesenen Maßnahmen.

Erhebliche Materialschäden

Die in weniger als 10 Tagen verursachten Schäden belaufen sich auf ca. 5 Milliarden USD. Am schlimmsten sind Wohnungen betroffen: mehr als 444 000 sind beschädigt, von vielen wurden die Dächer teilweise oder komplett zerstört. Neben anderen Havarien stürzten 63 249 Häuser vollständig ein.

Alle Regionen waren betroffen- am stärksten die Provinzen Pinar del Rio und Isla de la Juventud während des Gustav (Kategorie 4); Holguin, Las Tunas, Camguey während Ike (Kategorie 3).

Das Problem ist komplex, nicht nur wegen der zerstörten Wohnungen und 200 000 temporären Obdachlosen sowie einiger hundert Tausend Menschen mehr, deren Wohnungen wieder Instand gesetzt werden müssen, sondern auch weil der Weideraufbau Investitionen in Millionenhöhe und intensiven jahrelangen Arbeitseinsatz erfordert.

Hauptsächliche Schäden durch Gustav in folgenden Regionen

- Isla de la Juventud und in Provinz Pinar del Rio in den Orten: San Cristóbal, Los Palacios, Consolación del Sur, Viñales, La Palma, Minas de Matahambre, Candelaria  und Bahía Honda.
Die Situation ist kritisch bei 120 105 Wohnungen in der Provinz Pinar del Rio, deren Orte Palacios und San Cristobal v.a. durch Gustav beschädigt wurden. Neben den Wohnungen wurden in 4 000 Gebäuden die Wasserspeicher zerstört.
In den westlichen Regionen des Landes wurde die Elektrizität stark geschädigt: in Mariel/Pinar del Rio wurden 37 Strommaste der 220 Volt Stromleitungen und 13 der 110 Volt Stromleitungen zerstört.
4 500 umgestürzte Strommasten, 530 Transformatoren und 5 000 öffentliche Beleuchtungen beschädigt,.
In der Gemeinde Isla de la Juventud waren 100 % der Stromleitungen betroffen.
Im Westen des Landes wurden 55 700 Hektar mir verschiedenen Anbaukulturen zerstört, v.a. stärkehaltige Knollenfrüchte wie Malanga, Yucca, Boniato (viandas) und Zuckerrohr. 877 Pflanzungen und 392 Anbaugärten waren betroffen.
80 % der Landwirtschaft in der Isla de la Juventud erlitt erhebliche Schäden, wie auch die acht Gemeinden der Provinz Pinar del Rio.
3 414 Tabakhäuschen wurden komplett zerstört und weitere 1590 teilweise, 800 Tonnen Tabakprodukte wurden vernichtet.
180 000 Hektar Waldpflanzungen erlitten Schäden.
In der Lebensmittelproduktion: 28 Bäckereien, 8 Süßwarengeschäfte, 1 Fabrik für Konservendosen wurden durch teilweisen Verlust der Dächer beschädigt, wenngleich sie Elektrogeneratoren hatten.

4 355 Tonnen Lebensmittel wurden in Lagerhäusern und Geschäften vernichtet.

Die Hauptbeeinträchtigungen im Radionetz Kuba beziehen sich auf die totale Zerstörung der Mittelwellen (2) sowie des Fernsehturmes in der Isla de la Juventud, wodurch der Empfang von Radio- und Fernsehsendern gestört war. Eine ähnliche Situation entstand in 3 Fernsehzentralen in der Provinz Pinar del Rio, in San Cristóbal, La Palma, Los Palacios. In Havanna waren die Zentren Artemisa und Bauta betroffen. In der Telekommunikation wurden 9 316 Anschlüsse gestört, die Mehrzahl in der Gemeinde Especial (7 797)  und 1021 in Pinar del Rio.

Computer, Fernseher, und Videos wurden zerstört, allein 794 Computer im Gesundheits- und Bildungswesen.

Im Bereich öffentliches Gesundheitswesen wurden in der westlichen Region 314 Einrichtungen beschädigt: 26 Krankenhäuser, 18 Polikliniken, 191 Arztpraxen, 14 Altersheime, 42 Apotheken. Betroffen waren besonders die Orte San Cristóbal, Los Palacios, La Palma y Consolación del Sur.

Im Bildungswesen wurden 1 160 Einrichtungen beschädigt: 590 in Pinar del Rio, 218 in der Provinz Havanna, 225 in der Stadt Havanna, 87 auf der Isla de la Juventud.

Im Hafen von Nueva Gerona wurden wichtige Anlagen zerstört, auf dem Flughafen der Isla de la Juventud gab es Schäden, die die Personenverkehr lahmlegten.

Die wesentlichen Schäden durch Ike

Gemäß Informationsstand 12. September sind in folgenden Provinzen Schäden zu melden:

-Guantanamo: Gemeinden Baracoa und Maisí
-Holguín: Kreisstadt, Banes, Antilla, Moa, Rafael Freyre, Mayarí y Gibara.
-Las Tunas: Kreisstadt, Puerto Padre, Manatí y Jesús Menéndez.
-Camagüey: Kreisstadt, Nuevitas, Guáimaro, Najasa, Florida, Sibanicú, Minas y Santa Cruz del Sur.
-Ciego de Ávila: Kreisstadt, Venezuela, Baraguá y Majagua.
-Sancti Spíritus: Kreisstadt, Trinidad y La Sierpe.
-Villa Clara: Manicaragua, Encrucijada, Santo Domingo y Sagua la Grande.
-Cienfuegos: Cumanayagua y Aguada de Pasajeros.
-Matanzas: Kreisstadt, Unión de Reyes, Calimete, Perico y Jagüey Grande.

Alle Gemeinden der genannten Provinzen warenen betroffen, hier werden nur die schlimmsten erwähnt, ohne die Verluste in den anderen zu ignorieren.

Die größten Verluste gab es in den Provinzen Havanna und Stadt Havanna, wenngleich prozentual nicht so hoch wie im Rest des Landes.

Erneut wurden die Provinzen Pinar del Rio und Isla de la Juventud v.a. durch die starken Winde betroffen, und mehr noch durch das Wasser. Die Folgen des Hurrikans sind noch lange zu spüren.

Im ganzen Land wurde die Elektrizität beschädigt bzw. der Strom abgeschaltet als Schutzmaßnahme zur Vermeidung größerer Schäden. Der Wiederaufbau war in allen Gebieten noch 24 Stunden nach Abzug des Sturmes erschwert.

Als Erstes  wurde die Energieversorgung durch den Einsatz elektronischer Mirkosysteme wieder aufgebaut, die durch steigende Reaktivierung der nationalen Elektroenergetischen Systeme ersetzt werden sollen. Ausnahmen sind die Provinzen Santiago de Cuba, Granma und Teile und Guantanamo, die mit der Termoelektrik von Renté verbunden werden konnten. Die Provinzen Pinar del Rio und Isla de la Juventud erhalten weiterhin die Versorgung durch Mikrosysteme, so lange wie nötig bis sie schnellstmöglich durch Stromleitungen ausgetauscht werden können.

Bis zum 12. September konnte die Stromversorgung in den Provinzen zu folgendem prozentualen Anteil gewährleistet werden: in Las Tunas, Camagüey y Holguín nur ca. 30% aufgrund der Vielfalt der Havarien in den Grundnetzen; Granma y Santiago de Cuba 99%; Guantánamo 94%, allerdings in Maisí und Baracoa 53% bzw 79%; Ciego de Ávila 92%; La Habana, fast 92%; Matanzas, 90%¸ Villa Clara, 87,2%; Cienfuegos, 94,7%; Sancti Spíritus, 84%.
In der (Hauptstadt) Ciudad de la Habana über 98 % Stromversorgung, trotzdem müssen punktuelle Unterbrechung noch bewältigt werden (durch verbrannte Transformatoren, Verzweigungen etc.), v.a. in Boyeros, La Habana del Este, Plaza, Cerro und Playa.

In den Provinzen Pinar del Rio und Isla de la Juventud (55% und 76% Stromversorgung) wurden v.a. Mini und Mikrohydroelektrik stark beschädigt.

Die Schächte zur Versorgung mit Gas in der Hauptstadt konnten aufrechterhalten werden, nur eine Turbine ist in Gefahr.
In der Kommunikation gibt es übergreifende Unterbrechungen durch umgestürzte Bäume, Telefonmasten, Übertragungsmasten, einige Fernsehstationen sind daher außer Funktion.
In der Landwirtschaft sind Schäden durch Ike an 205 Gewächshäusern zu melden,  die Mehrzahl geschützter bzw. halbgeschützter  Anbauanlagen ist zerstört

Alle Kaffeeanbaugebiete im Osten des Landes erlitten Schäden, in den Gemeinden Mayarí, Sagua de Tánamo, Maisí und in der Provinz Granma gingen die Ernten vollständig verloren.

32 305 Hektar Bananenpflanzungen und mehr als 10 000 Hektar anderer Pflanzungen gingen in den östlichen Provinzen verloren.
Über 1 Million Vögel (Geflügel) starben, einige 100 000 konnten rechtzeitig geschlachtet  oder an die Bevölkerung verkauft werden.  Die Schäden bei Geflügel/Federvieh waren v.a. hoch in Sancti Spíritus, Matanzas, Las Tunas y Camagüey.
Im Zuckerroh sind 156 600 Hektar niedergedrückt,  518 879 Hektar entwurzelt, 3 895 Hektar neu gepflanztes Zuckerrohr ging verloren. 40 000 Tonnen Zucker müssen wiederaufbereitet werden, da sie nass geworden sind.
Bemerkenswerte Schäden gab es in den Anbaugebieten des Ministeriums für Zucker: insgesamt 10 000 Hektar Bananen, Reis, Bohnen und andere Anbaukulturen, einschließlich Organoponicos.

In den Industrieanlagen gibt es generelle Schäden bei Dächern und Fenstern. Viele Fabriken mussten ihre Produktion stoppen, bei einigen hält dies bis heute an.

Das Ministerium für Binnenhandel berichtet von 49 000 beschädigten Tonnen aus Lagerbeständen, v.a. in Holguin, wo 12 750 Tonnen Lebensmittel und 1 111 kleine Läden vernichtet wurden.

Weiter wird die teilweise oder vollständige Zerstörung von 2 642 Einrichtungen des Bildungsministeriums berichtet, v.a. bei  Dächern und Fenstern. Betroffen sind 186 Kindergärten sowie akute Schäden in pädagogischen Instituten in Holguín, Las Tunas und Camagüey.

Das Ministerium für Hochschulbildung meldete Schäden in den Universitäten von Cienfuegos, Sancti Spíritus, Matanzas, Villa Clara, Holguín, dem Sitz der Gemeinde in Puerto Padre in Las Tunas und dem Institut für Agrarwissenschaften in Havanna. 
Weiter erlitten 146 Kultureinrichtungen und 82 Sportanlagen Schäden, unter ihnen 6 Schulen für Einführung in den Sport (EIDE), 13 Hochschulen für athletische Perfektion (ESPA), 2 Fakultäten für Sport, 5 Baseballstadien in den Provinzen, 32 in den Gemeinden, 8 Sporthallen, 13 Volkshochschulen, 2 Schwimmbäder. 

Im Gesundheitswesen gibt es die größten Schäden in den Stationen für Pädiatrie in den Krankenhäusern Enrique Cabrera, Aballí, Gineco-Obstétrico Eusebio Hernández, 10 de Octubre y William Soler, así como en el Ortopédico Fructuoso Rodríguez.
Es kam zu Schäden in den Kommunikationssystemen durch umstürzende Bäume und Überschwemmungen. In Cayo Coco wurden alle Brücken und Wasserleitungen beschädigt. Die Strasse  La Farola, Provinz Guantánamo, ist beschädigt. Es wurden die Abschnitte/Verbindungen Las Tunas-Holguín und Holguín-Moa inspiziert, dort bleibt die Autobahn  in 2 Abschnitten unterbrochen. Tausende von Kilometern der Straßen und Wege des Landes wurden beschädigt.  

Es gibt 7 geschlossene Häfen und starke Schäden an den dortigen Lagerhallen, besonders bei den Dächern, in Vita, Carúpano und Nuevitas.
Das Wasservolumen in den 239 Stauseen/dämmen des Landes, vom Nationalen Institut für Wasserressourcen verwaltet, stieg auf 7 891, 5 Mio Kubikmeter, das bedeutet 86 % der nutzbaren Kapazität. 

128 Stauseen/dämmen laufen ab; 94 mehr als vor Ike.
In der letzten Woche steigerte sich das Volumen der Stauseen/Dämme in allen Provinzen außer Isla de la Juventud. Mehr als 90 % ihrer Kapazität haben sie in Pinar del Río, Villa Clara, Cienfuegos, Holguín, Granma y Guantánamo erreicht; in Santiago de Cuba mehr als 99%. 4 weitere Provinzen liegen bei über 80 %.
Der Bericht benennt die wichtigsten Regionen und Schäden. Zum Zeitpunkt waren noch nicht alle betroffenen Gebiete und Regionen vollständig erfasst.

Arbeitsübersetzung: Claudia Rauhut / Cuba Sí / Deutschland

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