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Venezuela, zu Kriegszeiten

Filmvorführung im Havanna Club am Montag, 18. Februar 2019; 19 Uhr

Der Dokumentarfilm zeigt Hintergründe und Zusammenhänge der Krise und Bedrohung in Venezuela

Dokumentarfilm von Thomas Michel und Rafael Abril, 2018,
Venezuela/Belgien, 45ʼ

Der Dokumentarfilm “Venezuela, in Kriegszeiten” von Thomas Michel
und Rafael Abril wurde im Dezember 2017 in Caracas, der Hauptstadt der
Bolivarischen Republik Venezuela gedreht. Er handelt vom sogenannten
“Krieg der 4. Generation” oder “nicht konventionellem Krieg”, der seit der Wahl
von Hugo Chávez zum Präsidenten von Venezuela 1998 von der reichen
Venezolanischen Elite, der US-Regierung und ihrer europäischen Verbündeten
gegen Venezuela geführt wird.
Diese Art von Krieg wird an mehreren Fronten gleichzeitig geführt.
„Venezuela, in Kriegszeiten“ fokussiert die Wirtschafts- und Medienfront. Die
Mainstreammedien in den USA und Europa – Zeitungen, TV, Kabel und die
meisten online Nachrichtenquellen – beschreiben Venezuela als Diktatur, die
seine hungernde Bevölkerung mit Gewalt zum Schweigen bringt und lokale
Medien massiv zensuriert werden. Gemäss den internationalen
Mainstreammedien erlebt Venezuela eine Humanitäre Krise – genannt werden
Lebensmittelknappheit, Fehlen von Medikamenten, Inflation, Armut, Hunger,
Unterdrückung der Medien – und gibt die Schuld der Regierung, anstatt eine
tiefgreifende Analyse zu machen, weshalb Mängel bestehen und wer oder was
sie herbeiführt. Der Film bietet Antworten auf diese Fragen.

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FILMABENDE IM HAVANNA-CLUB 2019

60 Jahre Revolution – 60 Jahre revolutionäres Kino in Kuba
  Als 1951 zwei junge Filmenthusiasten aufbrachen, um sich in Rom vom Neoverismo all’italiana inspirieren zu lassen, war die Filmkunst auf Batistas Zuckerinsel noch nicht angekommen. Dafür begannen Tomás Gutiérrez Alea und Julio García Espinosa zu sorgen, indem sie sich nach ihrer Rückkehr Fidel Castros Rebellen anschlossen und dort eine Filmabteilung aufbauten. Aus dieser Keimzelle ging 1959 das gleich nach dem Sieg der Revolution gegründete ICAIC (Staatliches Filmwesen) hervor. Im ersten Jahr begann man mit der Dokumentation wichtiger politischer Ereignisse, doch schon ein Jahr danach wagte sich Alea daran, unter schwierigen Produktionsbedingungen den ersten Spielfilm des ICAIC zu realisieren: „Historias de la Revolución“.
Seither entstehen in Kuba alljährlich Filmproduktionen, die wegen ihrer Originalität bereits in den 1960er-Jahren die Bühnen internationaler Festivals eroberten. Kubas Regisseure beschworen neben der Beobachtung des zeitgenössischen Alltags immer wieder entscheidende Momente aus Kubas Geschichte der letzten 200 Jahre. Unsere Filmreihe wird daher auch Filme präsentieren, deren Sujets jeweils auf einen konkreten historischen Hintergrund Bezug nehmen.
Den Anfang bestreitet am 11. Februar der Film „Die erste Schlacht mit der Machete“  

La primera carga al machete


25. Februar 2019
CLANDESTINOS / Untergrundkämpfer / Gefährliches Leben (1987)

Regie: Fernando Pérez. Mit Luis Alberto García , Isabel Santos – OF mit englischen Untertiteln, Farbe,
88 Minuten.
Havanna 1956 – 1958: Liebe und Kampf gegen die blutrünstige Militärdiktatur Batistas. Eine Gruppe Studenten probt im Untergrund den bewaffneten Aufstand. Ein spannender Thriller vor der urbanen Kulisse der 1950er-Jahre. Das Drehbuch stammt von dem Regisseur Jesús Díaz.  
11. März 2019
LAS DOCE SILLAS / DIE ZWÖLF STÜHLE (1962)

Regie: Tomás Gutiérrez Alea. Mit Enrique Santiesteban, Reynaldo Miravalles, René Sánchez, Silvia Planas.
OF mit englischen Untertiteln, schwarzweiß, 97 min.
Kuba anno 1961: Ein Stück Weltliteratur auf kubanisch nach dem 1929 in der Sowjetunion publizierten, gleichnamigen satirischen Roman von Ilja Ilf und Jewgenij Petrov. Nach dem Tod der Schwiegermutter begeben sich neben dem Erben auch dessen Ex-Chauffeur und der Beichtvater der Verblichenen auf die Suche nach dem Stuhl, in dem die alte Dame ihren Schmuck versteckt hat.
Ein pointenreicher Wettlauf der habgierigen Jäger nach dem Schatz beginnt vor dem authentischen Hintergrund des jungen Kuba der Revolution, den der Regisseur als ironischen Kontrapunkt ins Bild bringt.  
25. März 2019
CUBA, UNE ODYSSÉE AFRICAINE / KUBA, EINE AFRIKANISCHE ODYSSEE (2007) 

Regie: Jihan El-Tahri. Dokumentation, F 2007 – Teil 1 (1960 – 1974)
OF mit deutschen Untertiteln und deutschem Off-Kommentar, schwarzweiß / Farbe, ca. 90 min.
(Director’s Cut: Gesamtlänge 180 min).
Jihan El-Tahri (Ägypten) kompiliert in dieser hochinteressanten politisch-historischen Dokumentation aus einer Fülle von Interviews zahlreicher Vertreter aus der Führungsriege aller damals beteiligten Seiten und aus raren Archivaufnahmen den Verlauf der kubanischen Intervention in Afrika vom 24. April 1965, als Che Guevara mit einer kleinen Gruppe von Mitstreitern den Tanganyika-See überquerte, um Kabilas Partisanen gegen den kongolesischen Diktator Mobutu zu unterstützen, bis zum 25. Mai 1991, als der letzte Soldat der „Roten Armee Amerikas“ Afrika verließ. Alle Interviewten sprechen frei über ihre Rollen. Zu Beginn des Films erfährt man aus authentischen Quellen, wie und aus welchen Motiven es kurz nach der Unabhängigkeitsfeier im Kongo zur Ermordung Lumumbas kam: Ein politisches Lehrstück über das Verhalten des Imperialismus gegenüber den Ex-Kolonien in Afrika.  
1. April 2019
CUBA, UNE ODYSSÉE AFRICAINE / KUBA; EINE AFRIKANISCHE ODYSSEE (2007) Regie: Jihan El-Tahri, Dokumentation, F 2007 – Teil 2 (1974 – 1991)
OF mit deutschen Untertiteln und deutschem Off-Kommentar, schwarzweiß / Farbe,  90 min.
Im zweiten Teil erhält der langwierige Krieg um Angola von 1975 bis 1988 breiten Raum. Motive und Erfolge von Kubas Engagement, das der MPLA Agostinho Netos die Regierung sicherte und den Überfall von Südafrikas Armee auf Angola stoppte, werden mittels der rhetorischen Beiträge aller Beteiligten analysiert. 1988 mussten die USA Kubas Teilnahme an der Friedenskonferenz in Kairo akzeptieren, deren Resultat auf der Grundlage des militärischen Status quo den Zerfall des Apartheid-Regimes einleitete.                                      

Helmut Pflügl